Wie beeinflussen verhaltensgesteuerte Mechanismen und interne Zustände sensorische Wahrnehmung und Verhalten?

Prof. Dr. Ilona Grunwald Kadow wurde von Latest Thinking zu ihrem Forschungsthema interviewt:

Forschung des Grunwald Kadow Labs

Hier finden Sie eine Auswahl unserer Forschungsprojekte. Bitte klicken Sie auf das kleine + Symbol oben rechts im Artikel um mehr herauszufinden.

The taste neurons in the leg of the fruit fly are activated via two types of polyamine receptors. This helps the fly to choose food and good egg-laying sites.
© MPI of Neurobiology/L. Loschek

4. Mai 2016

Je nach den aktuellen Umständen braucht der Körper Nährstoffe in unterschiedlicher Menge und Zusammensetzung. Polyamine sind solche Moleküle, die vermehrt dort benötigt werden, wo Gewebe sich entwickeln, wachsen oder regenerieren. Niedrige Polyamin-Level werden mit neurodegenerativen Erkrankungen, Altern und Abnahme der Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht. Zu viele Polyamine könnten dagegen bei der Entstehung von Krebs eine Rolle spielen. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie in Martinsried haben nun mit ihren schwedischen Kollegen gezeigt, mit welchen Rezeptoren Insekten Polyamine in der Nahrung erkennen. Die Studie legt nahe, dass die Möglichkeit Polyamine mit dem Geschmacks- und Geruchssinn zu erkennen, das Überleben und die Vermehrung von Tieren beeinflusst hat.


The reproductive state of the female fly sends signals to the brain, after which the sensory perception changes. The image shows part of the reproductive system with the uterus of the female fly.
© MPI of Neurobiology/ Friedrich

4. Mai 2016

In der Schwangerschaft verändern sich die Wahrnehmung und Reaktionen auf bestimmte Gerüche und Geschmäcker mitunter drastisch. Das ist auch bei Fliegen so. Was die Veränderung in der Wahrnehmung jedoch auslöst, ist weder bei Säugetieren noch bei Insekten verstanden. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie in Martinsried konnten nun in Fruchtfliegen zeigen, dass die Konzentration eines bestimmten Rezeptors in den Sinnesorganen befruchteter Fliegenweibchen steigt. Dadurch wird der Geschmack und Geruch von wichtigen Nährstoffen, den Polyaminen, anders im Gehirn verarbeitet: Befruchtete Fliegen entscheiden sich für polyaminreiche Nahrung und steigern so ihren Reproduktionserfolg.


Nerve cells that use dopamine as a neurotransmitter (green) enable hungry flies to ignore danger signs and modulate their innate behaviour.
© MPI of Neurobiology/ Friedrich

20. August 2015

Eine frisch aufgebrühte Tasse Kaffee duftet für die meisten von uns herrlich. Einzelne Komponenten dieses Dufts können jedoch allein oder in einer anderen Kombination sehr abstoßend sein. Das Gehirn setzt die einzelnen Komponenten eines Dufts somit in Relation und beurteilt sie dann. Erst so ist eine fundierte Entscheidung, ob ein Duft und seine Quelle "gut" oder "schlecht" sind, möglich. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie in Martinsried haben entdeckt, wie widersprüchliche Gerüche im Pilzkörper des Gehirns einer Fruchtfliege verarbeitet werden. Die Ergebnisse weisen dieser Hirnregion eine neue Aufgabe zu und zeigen, dass Sinnesreize situationsbedingt bewertet werden. So können die Tiere schnell eine geeignete Entscheidung treffen.


This projection neuron forwards carbon dioxide information to the region in the fly's brain where the animals can gauge internal and external signals.
© MPI for Neurobiology / Purayil & Kadow

25. Juni 2013

Hungrige Menschen sind häufig eher schwierige Zeitgenossen. Ein reichhaltiges Essen kann sich nicht nur auf die Stimmung, sondern auch auf unsere Risikobereitschaft auswirken. Auch im Tierreich ist dieses Phänomen für die verschiedensten Tierarten bekannt. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie in Martinsried bei München haben nun in der Fruchtfliege Drosophila gezeigt, dass Hunger nicht nur das Verhalten, sondern auch die Verarbeitungswege im Gehirn verändert.